Heiraten Sie nicht Ihre Hand!

 

Wenn Sie schon eine Weile Poker spielen oder es sich sogar im Fernsehen ansehen, dann bin ich sicher, dass Sie den Spruch schon einmal gehört haben "Da müssen jetzt Glocken in seinem Kopf läuten". Sie hören das normalerweise, nachdem jemand einen Satz gefloppt hat, zwei Paare, Straight, oder eine andere "Monsterhand" wie Vince es ausdrücken würde, die generell die Nuts im Flop sind. Ich bin sicher, dass Sie schon einmal zu einem bestimmten Punkt Ihrer Pokerkarriere am Tisch saßen, haben die best mögliche Hand im Flop und schon „die Hochzeitsglocken" gehört. Sie sind bereit dazu die Hand zu heiraten, aber wie kann ich erst die anderen am Tisch in die Falle locken; sollte ich Slowplay spielen, oder nur All-In gehen? Zuerst einmal ist es wichtig, sich die Karten auf dem Tisch richtig anzusehen und zu verstehen, was aus Ihren "Nuts" nicht mehr die Nuts machen könnte. Sagen wie zum Beispiel einmal, Sie halten die Pocket 10en (10c / 10s) und auf dem Tisch liegen 10h, 9h, 2c. Sie halten tatsächlich die Nuts, und ich bin sicher, Sie haben sich augenblicklich in Ihre Karten verliebt, aber warten Sie... es gibt einen möglichen Flush und Straight auf dem Spieltisch und es gibt wenige Wege, wie Sie Ihre Hand verbessern können. Sie bräuchten eine 10, 9, 2 oder Runner-Runner-Paar um Ihre Hand zu verbessern. Während jemand, der zwei Herzen hat, seine Hand mit 9er Karten verbessern könnte, oder sogar auf mehr, wenn er auch Aussichten auf einen Straight hat. Das Wichtige, was man in dieser Situation tun muss, ist zu veranlassen, dass die anderen Leute am Tisch bezahlen, damit man die nächste Karte sehen kann. Ihnen zu diesem Zeitpunkt eine Freikarte zu geben verursacht fast immer Probleme. Nach dem Turn, wenn der Flush oder Straight nicht auf dem Spieltisch erschienen, lassen Sie sie sogar noch mehr bezahlen. Das Wichtige ist, sie dafür bezahlen zu lassen und Ihre Odds dadurch zu erhöhen, dass sie aufgeben und den Pot an sich nehmen. Manchmal ist es besser nur etwas zu bekommen als alles zu verlieren. Allerdings ist es das Wichtigste, fähig zu sein seine Taktik auch emotional verändern zu können, wenn der Flush oder Straight dann doch auftaucht. Vor 60 Sekunden hatten Sie noch die Nuts, und nun schon nicht mehr. Es ist sehr schwierig seinen Gang umzustellen! Allzu oft kann ein Spieler seine Hand nicht loslassen, weil er sie "geheiratet" hat. Halten Sie Ihre Hände nicht allzu fest sondern trauen Sie sich auch mal sie zu verwerfen.

Lassen Sie mich ein Beispiel geben. In meinen frühen Tagen das Pokerspiels, saß ich in einem NL-Turnier und hatte schon die Hälfte des Feldes hinter mir gelassen. Ich würde sagen, ich hatte einen durchschnittlichen Packen. Es kamen dann Qs 10s. Keine schlechte Hand, also ging ich mit. Der Flop kam Js, 8s, 9h; ich floppte die Nut-Straight und hatte einen Flush und einen Straight-Flush-Draw. Kann man da sagen "Hochzeitsglocken"? Es waren zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Leute im Spiel und ich war an erster Position. Also checkte ich nur, um die Grube etwas auszuheben. Der auf der 2ten Position checkte auch und der auf der 3ten setzte 150, eine ziemlich große Wette. Natürlich wurden nun die Hochzeitsglocken in meinem Kopf immer lauter. Ich dachte eine Weile darüber nach und ging dann einfach mit. Der andere Wetter gab auf. Die 4te Straße brachte ein weiteres Pik und verbesserte meine Hand zu einem Dame-High-Flush. Wieder checkte ich und bekam eine weitere Wette von 150 und wieder ging ich nur mit. Der River brachte noch ein weiteres Pik, was mir nichts einbrachte. Wieder checkte ich nur. Schließlich ging der Wetter All-In, und ich musste mit meinem Damen-Flush nur noch "mitgehen". Es war alles vorbei, als er das Pik Ass umdrehte (und eine unbedeutende Karte). Ich hatte diese Hand von der Sekunde an geheiratet, als der Flop kam. In diesen Tagen hatte ich genug darüber gelernt, um zu wissen, dass A) ich hätte aufhören sollen ihn zahlen zu lassen, um die Karten zu sehen und B) ich hätte es sein lassen sollen. Heiraten Sie nicht Ihre Hände!

Viel Glück an den Tischen.