Mark Seif

 

Poker Source: Was ist ihre Lieblingserinnerung ihrer Kindheit?

Mark Seif: Das wird schrecklich klingen, aber ich sage es. Ich hab dieses Go-Kart gebaut, als ich noch recht klein war, vermutlich neun oder zehn, und hatte noch keinen Motor montiert Ich hatte nur den Rahmen, die Räder und das Lenkrad. Ich wohnte auf diesem hohen Berg und hatte eine kleine Schwester die fünf Jahre jünger war als ich. Sie hat mich immer genervt und ich hab sie gehasst, weil ich ein Bub war und sie ein Mädchen. Du weiß schon wirklich gute Gründe. Sie hat mich immer wieder gefragt ob sie auf dem hintern Teil des Go-Carts mitfahren könnte, wenn ich hinunterfahren würde. Widerwillig hab ich ist gut gesagt.

Wir sind also los gefahren, diesen großen langen Hügel hinunter und sie ist hinter mir gesessen und hat sich angehalten. Ich bin zehn Jahre alt und ich habe dieses Ding gebaut Ich weiß nicht einmal wie ich einen Hammer benützen kann die Räder beginnen abzufallen, das ganze Ding beginnt auseinander zu fallen. Letztendlich brach es so zusammen, dass sie sich an mir festhielt, ihr Hinterteil aber begann den Beton zu berühren. [Lacht] Sie hat für ein recht lange Zeit durchgehalten bis wir schlussendlich nach rechts abgedreht haben und stehen blieben. Sie hatte die ärgsten Verbrennungen an ihrem Hintern und sie war lange Zeit der Grund für viele meiner Lacher [lacht lauter].

Das zeigt meine schreckliche Persönlichkeit denke ich. Das ist meine liebste Kindheitserinnerung.

PSO: So der Hintern ihrer Schwester ist wieder in Ordnung? Hat sie ihnen das verziehen?

Mark Seif: Ja. Zu jedem Thanksgiving und Weihnachtsessen haben wir ein paar Drinks und sprechen über den berühmten Nachmittag.

PSO: Wie hat das Pokerspielen ihr Leben verändert?

Mark Seif: Es hat mein Leben auf viele Arten verändert. Ich hab meinen Beruf als Anwalt aufgegeben um ein Vollzeit [Poker] Profi zu sein und war augenblicklich pleite. Ich habe an der Börse gespielt und Cashgames mit wirklich hohen Einsätzen, als ich pleite ging. Es ist eine sehr demütigende Erfahrung. Es ist schwer am Anfang.

Die Dinge haben sich für mich 2002 angefangen zu ändern (2001 hab ich mich entschlossen Profi zu werden). Im September 2002 war ich pleite und startete neu durch. Ich hab ein großes Turnier gewonnen, das Legends Of Poker Tournament. Bei dem nächsten Turnier an dem ich teilnahm schaffte ich es bis zum Final-Tisch (obwohl es nicht so gut ging), und dann das nächste Turnier war das Main Event und ich machte die erste Staffel der WPT Show es war die zweite WPT Show überhaupt. Es war unglaublich seit dann. Als die Show gesendet wurde, dachte niemand, dass sie sie populär sein würde wie sie dann war natürlich stellte sich heraus, dass sie sehr populär war und seitdem ist nur positives passiert.

PSO: Sie wussten anscheinend etwas über Poker bevor Sie ihren Job aufgaben um professionell zu spielen?

Mark Seif: Ich spiele seitdem ich sechs oder sieben bin. Es gibt da eine Meinungsverschiedenheit zwischen meiner Mutter und mir, darüber wann ich angefangen habe. Ich spiele Poker mit hohen Einsätzen seitdem ich neunzehn bin im Commerce Casino, also die letzten achtzehn Jahre. Ich war zu jung, aber ich schaute älter aus, daher konnte ich spielen.

PSO: Was war ihre größte Ausgefallenheit die Sie gemacht haben seitdem Sie Profi sind?

Mark Seif: Mensch, das ist eine schwierige Frage. Ich glaube die größte Ausgefallenheit war, dass ich mir eine Rolex Uhr gekauft habe. Das wars. Ich bin nicht nach einem großen Gewinn losgegangen und habe ein neues Auto oder ein neues Haus oder eine Insel oder etwas Ähnliches gekauft.

Eine große Bankroll zu haben ist so wichtig für das mentale Wohlbefinden. Es erlaubt dir komfortabler zu spielen, freier und einfach besser. Ich denke die meisten von uns [professionellen Pokerspielern], wenn wir ein großes Turnier oder viel Bargeld gewinnen, dann sehen wir das als höhere Bankroll, als mehr Komfort.

PSO: Wenn Sie kein Pokerspieler wären, wie würden Sie ihren Lebensunterhalt verdienen?

Mark Seif: Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich glaube nicht, dass ich immer noch Anwalt wäre. Es hat mir gefallen Jura zu studieren aber es macht mir nicht unbedingt Spaß Anwalt zu sein. Die endlosen Details die niemals zu etwas führen Ich mochte Jura, aber mir gefiel der Job nicht.

Ich bin einer der verrückten Typen die tatsächlich Jura geliebt haben und sich darin übertroffen haben. Ich hatte viel Spaß an der juristischen Fakultät es hat mir wirklich gefallen, ohne, dass ich zu hart gearbeitet habe. Als ich Anwalt wurde hat es mir wirklich gefallen Fälle auszuprobieren, aber all die Stunden an recherchieren, schreiben, neu-schreiben, zusammenstellen, Klienten Anrufe entgegen nehmen und mit all dem Zeug zu Recht zu kommen, das war kein Spaß.

So, was würde ich vermutlich tun? Vermutlich eine Art von Geschäft. Ich wäre vermutlich ein online Pokerpartner [er zwinkert und lächelt].

PSO: Was ist das Schlimmste daran, erkannt zu werden?

Mark Seif: Es ist tatsächlich etwas das Jen [Marks Freundin] und ich letztens besprochen haben. Es gibt einfach Zeiten wo du nicht kommunizieren möchtest. Ich weiß nicht wie es mit ihnen steht, aber es gibt einfach Zeiten wenn ich mit meiner Freundin einen Film sehen möchte, oder mich einfach hinsetzen möchte, oder einfach ins Casino gehen will. Es gibt einfach Zeiten wo ich in Ruhe gelassen werden möchte und ich habe noch keinen höflichen Weg gefunden das zu tun. Ich versuche entweder gefällig zu sein und mit den Leuten zu sprechen oder ihnen Autogramme zu geben oder was auch immer, aber in den Momenten wo ich nicht will weil ich auf die Toilette muss oder ich einen Telefonanruf machen muss kommt es immer schlecht rüber. Ich fühle mich dann unbehaglich.

Toilettenpausen sind wirklich ein Thema weil es ein paarmal vorgekommen ist, dass ich eine halbe Stunde auf die Pause gewartet habe und ich dann nicht gehen konnte. Dann musste ich weitere zwei Stunden warten und das ist ein eher.. unbequemes.. Gefühl.

PSO: Was war der Tief- und was der Höhepunkt in ihrer Pokerkarriere?

Mark Seif: Der Tiefpunkt war, im ersten Jahr pleite zu gehen. Eigentlich hab ich das ein paar Mal gemacht ich hab ein Comeback hingelegt und bin erneut Pleite gegangen. Das war vermutlich der Tiefpunkt. Das war eine recht deprimierende Zeit. Ich konnte den Wald vor lauter Bäumen mehr sehen. Ich war in dieser großen, langen Serie des Verlierens, dass ich desillusioniert war. Ich dachte übers aufhören nach und darüber zurück zu meinem Anwaltsberuf zu gehen.

Der Höhepunkt war offen augenscheinlich, als ich mein erste World Series Armband gewonnen habe. Das war gewaltig. Für mich war das etwas, dass ich zu tun hatte es gab mir das Vertrauen, dass ich gewinnen konnte.

PSO: Als Sie das zweite Armband eine Woche später gewannen, wie hat sich das im Vergleich zum ersten angefühlt?

Mark Seif: [lacht] Das war sehr unterschiedlich.. ich hatte noch nie ein goldenes Armband zuvor gewonnen, so war es ein großartiges, großartiges Gefühl. Das zweite war genauso großartig aber verschieden. Ich kann nicht sagen, dass eines besser war als das andere, aber es fühlte sich anders an weil es vor den Fernsehkameras passierte, es war ein Tisch mit hohen Einsätzen und da war ein Haufen interessanter Dinge. Ich hatte die Chipführung verloren und zurück gewonnen. Ich hatte die Chipführung am Finalen-Tisch für lange Zeit. Es war auch ein großes Feld, 2.013 Spieler. Als ich das zweite gewonnen habe, hat es sich großartig angefühlt weil ich wusste, dass es eine große Leistung war und dass es etwas war auf das ich stolz sein konnte.

PSO: Wo ist ihr Lieblingsplatz zum abhängen, wenn Sie gerade nicht Poker spielen?

Mark Seif: Ich bin mehr der Stubenhocker. Ich bin gerne online, suche Dinge, lese über Dine, kaufe Dinge, chatte mit meiner Freundin wenn sie nicht bei mir ist. Ich bin nur ein Stubenhocker. Ich genieße es manchmal alleine zu sein oder mit Leuten die mir wirklich nahe sind um zu entspannen.

Ich bin viel fortgegangen als ich jünger war. Ich war in vielen Clubs und Bars (ich war Bartender) als ich jünger war. Ich hab ein sehr schnelles leben gelebt für viele, viele Jahre. In der Tat die ersten paar Jahre meiner Karriere als professioneller Poker Spieler, bin ich jede Nacht unterwegs gewesen und hab Tag und Nacht Poker gespielt. Es hat sich dahingezogen und mich erschöpft. Es ist jetzt so nicht erfüllend. Es gibt mir nicht mehr die gleiche Befriedigung. Ich gehe Essen mit Leuten, mit denen ich gerne abhänge oder rede. Jen denkt ich wäre langweilig, aber ich versuche sie zu erleuchten und ihr zu zeigen, dass ich den goldenen Weg gefunden habe.

PSO: Was ist ihre bedeutendste oder stolzeste Nicht-Pokerleistung?

Mark Seif: Ich habe mich in Jura und bei der Zulassungsprüfung gut geschlagen. Ich habe einen Job als Anwalt für eine große Anwaltsfirma bekommen und mich auch gut geschlagen, aber ich denke nicht, dass das die wirklich ausschlaggebenderen Dinge für persönliche Zufriedenheit sind als das ich meiner Familie sehr nahe gekommen bin. Das ist eines der Dinge die mir Poker erlaubt hat zu tun, aber es ist auch Schuld daran, dass ich an einigen besonderen Anlässen nicht teilnehmen konnte. Ich mag, dass ich nun unabhängig bin, dass ich tun kann was ich will und wann ich es will. Das ist eines der Dinge die mir Spaß machen und der Hauptgrund, dass es mir Spaß machst ist weil ich meiner Familie nun näher bin.

PSO: Wer würde SIE in der Mark Seif Story spielen?

Mark Seif: The Rock. Als ich noch nicht so dick war, haben die Leute gesagt Du schaust The Rock sehr ähnlich, und er ist ein netter Typ, nachdem was ich höre. Und trotzdem hat er diesen verrückten Blick in seinen Augen, den mir Leute nachsagen.

PSO: Was ist die Interviewfrage die Sie am wenigsten leiden können?

Mark Seif: Mir werden viele dumme interviewfragen gestellt, aber sie müssen mich keine von denen fragen.

Nummer 1: Was ist ihre Lieblingshand?

Jeder der irgendetwas von Poker versteht, weiß dass meine Lieblingshand diejenige ist, für die ich mich entscheide zu spielen, die perfekt funktioniert und mir einen fetten Pot einbringt. Ich habe keine Liebingshand.

Nummer 2: Was ist heute ihre Strategie?

Lass mich damit beginnen zu sagen, dass Poker im höchsten Maß situationsbezogen ist. Wenn du mir die Situation bis ins letzte Detail beschreiben kannst, was etwa vier bis fünf Stunden dauern würde.. Ich würde zum Beispiel wissen wollen, wie dieser Typ die letzten zwei Stunden gespielt hat, bei wie vielen Hands er erhöht hat und wie viel Hands er gespielt hat, wie war der Showdown, welche Arten von Wetten hat er getätigt, bei welchen Hands hat er den Einsatz erhöht, hat er jemals nacherhöht, wenn er eine nacherhöhte Hand zeigt, was ist es für eine&

Ich meine, es ist so Faktenintensiv, es ist in höchstem Maß situationsbezogen, dass wenn sie mit einem Spielplan spielen verloren sind. Sie müssen fähig sein sich anzupassen, sie müssen schnell reagieren können, die Situation analysieren, was los ist und gute Entscheidungen treffen. Meine Strategie ist gut erholt und fokussiert zu sei und in der Lage gute Entscheidungen fällen zu können, wenn die Zeit gekommen ist. Das ist meine Strategie. Es ist immer die gleiche Strategie.